Lagerungsschwindel

Lagerungsschwindel

Der Lagerungsschwindel ist eine sehr häufige Ursache für Schwindelbeschwerden.

In unserem Gleichgewichtsorgan gibt es auf jeder Seite 5 Sensoren. 3 Bogengänge und zwei Schwerkraftorgane (Sacculus und Utriculus).

der Hauptunterschied besteht darin, dass die Schwerkraftorgane kleine „Steinchen“ haben, die dafür sorgen, dass Bewegungen verstärkt auf die Sinneszellen einwirken können. Wenn sich einzelne Steinchen aus dieser „Halterung lösen“ und in der Endolymphe des Gleichgewichtsorgans herumtreiben, dann kann es passieren, dass sich einzelne Steinchen in die Sogenannten Bogengänge verirren. In den Bogengängen gibt es eigentlich keine Steine, sondern hier werden Drehbewegungen in der Form registriert, dass die zähe Endolymphe bei einer Bewegung des Kopfes oder Körpers in der Bogengangrichtung länger braucht um der Kopfbewegung zu folgen, als die Kopfbewegung selbst. Hierdurch wird ein Fühler (Die Cupula) umgebogen und gereizt. Stoßen jetzt aber die verirrten Steinchen an die Cupula dann kommt es zu einem Lagerungsschwindel.

Charakteristisch ist, dass dieser Schwindel immer kurz nach einer Bewegung auftritt und nur ca. 30 Sekunden anhält. Z.B. beim Wäscheaufhängen oder nach oben sehen, Schuhe binden oder Drehen im Bett oder Aufstehen aus dem Bett. Hierbei kommt es zu keinen Hörveränderungen und auch zu keinem Ohrgeräusch (Tinnitus).

Häufig ist die Diagnose „Lagerungsschwindel“ allerdings falsch. Wenn die Beschwerden länger als 30 Sek. dauern, oder durch die Lagerungsübungen keine Verbesserung eintritt, dann sollten andere Ursachen gesucht werden. Auch eine Neuropathie führt zu ähnlichen Symptomen wenn Bewegungen auf die gesunde Seite durchgeführt werden. Bei anderen Erkrankungen, wie bei der Vestibularisparoxysmie ist es häufig so, dass durch Bewegungen der Nerv abgeklemmt werden kann, wodurch ähnliche Symptome ausgelöst werden.

Das Krankheitsbild lässt sich binnen weniger Minuten von einem ausgebildeten Therapeuten oder medizinischer Kraft heilen, indem man mit dem Patienten zunächst herausfindet welcher der Bogengänge betroffen ist – und dann mit dem Patienten eine so genannte Lagerung durchführt. Die bekanntesten Lagerungen sind die nach Semont oder nach Eppley – sowie die sog. Barbeque – Lagerung.

 

Lagerungsschwindel – Diagnose und Therapie

Der Lagerungsschwindel geht vom Gleichgewichtsorgan aus. Er tritt abhängig von einer Lagerungsveränderung auf. Lagerungsschwindel ist harmlos, aber für den betreffenden Patienten äusserst unangenehm. Aber was löst den Lagerungsschwindel aus?

Die Ursache sind kleine Kristalle, die sogenannten Otolithen – diese dienen in ihrer ursprünglichen Funktion der Verstärkung der Schwerkraft und finden sich in den Schwerkraftorganen Sacculus und Utriculus wieder.
Normalerweise sind die Kristalle dort verankert. Leider gibt es verschiedene Ursachen wodurch sich die Steinchen lösen können (Unfälle, Medikamente, Verschleiß, Zahnarztbehandlungen etc.) – eine genaue Ursache findet sich häufig nicht. Die Otolithen schwimmen in der sogenannten Endolymphe im Gleichgewichtsorgan und können durch spezielle Bewegungen in einzelne oder mehrere Bogengänge geschwemmt werden. Von einem Lagerungsschwindel spricht man wenn diese Kristalle in einem Bogengang einen Lage – bzw. bewegungsabhängigen Schwindel hervorrufen.

Typisch für den Lagerungsschwindel sind kurze Schwindelanfälle (Dauer ca 30 sec.) die zunächst sehr stark sind und dann langsam besser werden und durch eine Bewegung ausgelöst werden.

Den Lagerungsschwindel kann man nicht medikamentös therapieren – je nach Lokalisation der Steinchen gibt es aber sogenannte Befreiungsmanöver um die Kristalle wieder an ihre ursprüngliche Position zu bringen.
Je nach Lage der Steinchen wäre dies z.B. das Semont – Manöver oder die Lagerung nach Epley. Videobeispiele finden Sie in unserer Videoabteilung zur Selbsthilfe

Wir können Ihnen helfen den betreffenden Bogengang zu finden und ein geeignetes Lagerungsmanöver durchzuführen. Da auch andere Gleichgewichtserkrankungen wie ein Lagerungsschwindel aussehen können (Morbus Meniere, Neuropathia vestibularis und andere) ist es v.a. bei länger anhaltenden Beschwerden sinnvoll sich in einer Spezialambulanz vorzustellen.

Häufig ist der Lagerungsschwindel aber auch eine Fehldiagnose – gerade Patienten mit einem sogenannten chronischen oder therapieresistenten Lagerungsschwindel haben nicht selten eine falsche Diagnose erhalten.

In unserer Schwindelambulanz ist der Lagerungsschwindel nicht die häufigste Diagnose, aber mit Abstand die häufigste Fehldiagnose, die wir erkennen müssen um dem Patienten die richtige Diagnose und auch Therapie zukommen zu lassen.

Aus diesem Grund ist die Lageprüfung bei uns nur ein wichtiger Teil eines großen Puzzles. Nur Patienten die am Untersuchungstag auch vollständig untersucht werden habe die Gewissheit, dass nach dem heutigen Stand der medizinischen Möglichkeiten nichts übersehen wird. Daher sind wir für Sie immer wieder dabei zu modernisieren und sinnvolle Diagnostik ständig zu erweitern.

Gern sind wir für Sie da, und beraten Sie auch zum Thema Altersschwindel, Morbus Meniere, Gleichgewichtsststörung oder Schwankschwindel.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, das eine Terminabsprache unabdingbar ist! So vermeiden Sie die doppelte Anfahrt, aber auch unnötige Warterei. Bitte kontaktieren Sie uns dazu einfach