Schwindelanfälle

Schwindelanfälle und Schwindelattacken

Schwindelanfälle und Schwindelattacken – wenn sich die Welt dreht

Schwindelanfälle und Schwindelattacken gehören zu den häufigsten Beschwerden mit denen Patienten zu Ihrem Arzt kommen. 

Die Schwindelambulanz Sinsheim behandelt sehr viele Patienten mit Anfallsschwindel. Die Erfahrung zeigt, dass man in den meisten Fällen die Patienten gut therapieren oder die Situation verbessern kann.
Manchmal helfen einfache Ratschläge wie man sich zum Schlafen hinlegen muß um keinen Schwindel zu provozieren, oder konkrete gezielte Übungen, die den Schwindel beseitigen können.

in anderen Fällen stehen verschiedene Medikamente zur Therapie zur Verfügung.

Hierbei handelt es sich um mehr als die typischerweise verschriebenen (um nur ein paar Beispiele zu nennen: z. B. Arlevert® / Betahistin ®/ Vomex ®/Vertigoheel® / Taumea ®/Ginkopräparate ®etc.). Die Wirksamkeit dieser Präparate wird von uns zwar nicht angezweifelt und auch von uns in keiner Weise beworben, dennoch gehen wir mittlerweile in den meisten Fällen andere Wege und die genannten Präparate kommen eher weniger oder teilweise sogar garnicht zum Einsatz.

Die Schwindelambulanz Sinsheim arbeitet seit vielen Jahren Produktneutral und Dr. Schiffmann steht für Vorträge von Pharmafirmen auch nicht zur Verfügung wenn ein Produkt der Firma im Vortrag vorkommen soll oder genannt werden muß.

Konkret konnten wir in den letzten Jahren in mehr als 70 % der Fälle eine deutliche Verbesserung der Beschwerden oder sogar eine Beschwerdefreiheit erzielen. Diese zahlen stammen aus unserem Qualitätsmanagement. Wir rufen unsere Patienten nach ca. einem Jahr wieder an und fragen wie sich die Beschwerden verändert haben und welche Schritte unternommen wurden. Hierdurch haben wir auch sehr viel von unseren Patienten gelernt. Wir verdanken unseren Patienten viele TIpps und Tricks, die in keinem Lehrbuch stehen. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken und auch für Ihr Vertrauen.  Unter den ca. 30 % der Fälle in denen keine Verbesserung eingetreten ist finden sich sehr viele Patienten, die die vorgeschlagene Therapie nicht umgesetzt haben, so dass wir berechtigt von einer höheren Erfolgsrate ausgehen können.

Von einem Schwindelanfall spricht man, wenn der Anfall unvermittelt – ohne Vorwarnung auftritt und die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder ganz oder größtenteils verschwinden. Es gibt typische Krankheitsbilder die zu Schwindelattacken führen können. Die wichtigsten sind:

Morbus Menière

Vestibuläre Migräne

Herzrhythmusstörungen

Lagerungsschwindel

Neuropathia Vestibularis

Vestibularisparoxysmie

Bogengangsdehiszenz

Aber auch bei einem Lagerungsschwindel kann man im weitesten Sinn von einem Schwindelanfall oder Anfallsschwindel sprechen.

Typische für alle Schwindelattacken die vom Ohr kommen sind Drehschwindel, Kippschwindel, Fallschwindel und sehr häufig der Schwankschwindel. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass nur Drehschwindel vom Ohr käme. Das ist falsch. Nur in etwa 20% der Fälle steht hier Drehschwindel als Hauptsymptom im Raum. Die meisten Patienten klagen über Unsicherheiten, Schwankend oder auch Fallneigung.

Die weit verbreitete These „Schwankschwindel ist Angstschwindel“ ist schlicht und ergreifend Unsinn.

Ein weiterer wichtiger Hinweis, der an einen Schwindel mit Ursache im Innenohr denken läßt findet sich wenn der  Schwindel verstärkt auftritt wenn der Patient vom Hellen ins Dunkle kommt, Volle oder leere Plätze Supermarkt, Treppenhaus usw. Dies ist in den meisten Fällen nämlich keine Agoraphobie (Die Angst vor großen Plätzen), sondern ein Hinweis auf eine gestörte Fixationssuppression. Mit anderen Worten: Das Auge unterdrückt den Schwindel und wenn das Auge abgelenkt wird, verstärkt sich der Schwindel.

Gerade für ältere Menschen sind die Schwindelattacken oft mit der Angst vor Stürzen verknüpft. Schwindel kann sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen, keineswegs muß es sich hier immer um einen Drehschwindel halten, deutlich häufiger klagen Patienten über Schwank oder Kippschwindel, manchmal auch einfach nur über Gleichgewichtsstörungen oder Fallschwindel. Das liegt daran, dass ein gestörter Rezeptor immer nur die Beschwerden hervorrufen kann, die er auch empfinden kann. D.h. wenn ein Schwank oder Liftrezeptor wie Sakkulus oder Utrikulus geschädigt sind, kann es nur solche Fehlmeldungen hervorrufen.

Schwindelanfälle haben verschiedene Ursachen

Schwindelattacken können unterschiedliche Auslöser haben. Dies können sein:

– Medikamente,

– Nebenwirkungen,

– Erkrankungen des Innenohrs,

– Herz Kreislauf Erkrankungen,

– Herzerkrankungen,

– Reisekrankheit,

– Erkrankungen von Nerven,

– Stoffwechselstörungen,

– Sonnenstich oder Hitzschlag,

– Genuß von Alkohol.

Auch die Folgen eines Schlaganfalls, Migräne oder eine Störung des Gleichgewichtsorgans können diese Schwindelattacken auslösen. Durch verschiedene Koordinationsübungen, aber auch durch Bluttests, Hörtests oder Computertomografien können notwendig sein, um Ihren Schwindelattacken auf den Grund zu gehen.

Wie stellt man die richtige Diagnose ?


Als Arzt lernt man in der Ausbildung, dass die Krankengeschichte, die sogenannte Anamnese die meisten Untersuchungen ersetzt, da man nur anhand der Symptome schon eine Diagnose stellen könnte.
Die Gefahren hierbei sind allerdings, dass Arzt und Patient nicht die gleiche Sprache sprechen.

Missverstaendnis
Hören heißt nicht automatisch Verstehen und Reden nicht verstanden werden

Die Sprache ist ein gefährliches diagnostisches Kriterium, denken Sie einmal daran, wie oft wir im Laufe des Tages etwas falsch verstehen oder sogar Streit entsteht nur weil die Worte anders interpretiert werden.
Wir stellen aus diesem Grund die Anamnese an das Ende der Untersuchungen und bemühen uns objektiv Fehlfunktionen einzelner Organsysteme, der verschiedenen Abschnitte des Innenohres, des Gehirns, der Halswirbelsäule usw. zu erkennen.
Nach der körperlichen Untersuchung durch einen Arzt werden zunächst umfangreiche aparative Untersuchungen mit den Patienten durchgeführt, da bei diesen Methoden eine objektive Beurteilung erheblich einfacher als bei einer reinen Anamnese ist. Eine Anamnese ist niemals objektiv. Lassen Sie sich doch einmal ein Gemälde welches sie nicht kennen, von zwei verschiedenen Personen beschreiben. Nachdem Sie sich das Bild vorgestellt haben, schauen SIe sich das beschrieben Bild einmal an. Sie werden sich wundern. 

Der Garten der Lüste
Hieronymus Bosch – Der Garten der Lüste

Die Diagnostik setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen.
Zur Abklärung von Funktionsstörungen des Innenohres führen wir einen Hörtest (Tonaudiometrie und Sprachaudiometrie) durch und messen den Druck des Mittelohres mit der Tympanometrie mit Funktionsprüfung der Gehörknöchelchen.

Der weitere Verlauf der Hörbahn wird mittels der BERA oder auch FAEP’s überprüft. Hier findet man Hinweise auf Veränderungen im Verlauf der Nervenbahn, wie bei Vestibularisschwannomen, Multipler Sklerose und auch Gefäß – Nervenkontakten (Vestibularisparoxysmie).
Den horizontalen Bogengang reizt man im VNG mit kalter und warmer Luft und erhält damit eine Information über einen Teilbereich der Funktion dieses kleinen Organanteils. Die übrigen Bogengänge sind gut durch den Video – Kopf – Impulstest erfassbar. Im nächsten Schritt prüft man die Schwerkraftorgane (Sakkulus und Utrikulus) mit Hilfe der subjektiven Visuellen Vertikale (SVV) und den VEMP’s. Hier können schon gute Differenzierungen zwischen einem Morbus Meniere, Bogengangsdehiszenzen und einer anderen Gleichgewichtsstörung erkannt werden. In der Posturographie lassen sich dann Haltungsprobleme, HWS – Erkrankungen und auch eine Polyneuropathie erkennen. Hier finden sich auch weitere Hinweise auf neurologische Erkrankungen (Parkinson / Alzheimer / Multiple Sklerose / Schlaganfälle etc.) und es läßt sich durch die abwechselnde Untersuchung mit offenen und geschlossenen Augen auch Schwindel erkennen, der von den Augen kommt.

Viele neurologische Erkrankungen haben als Symptom Schwindel

Zusätzlich werden mitgebrachte MRT – Aufnahmen noch einmal ganz genau in einem eigenen Befundungssystem neu beurteilt.
Auch die Atmung kann Schwindel verursachen, daher messen wir den CO2 – Wert der Ausatmeluft bei unseren Patienten um Hinweise auf eine chronische Hyperventilation zu finden.
Selbstverständlich werden unsere Patienten auch mit den klassischen Gang und Standuntersuchungen (Romberg, Unterberger – Tretversuch) untersucht. Hier finden sich oft deutliche Ursachen für Störungen des Kleinhirns oder der Gleichgewichtsorgane im Innenohr.
Eine der wichtigsten Untersuchungen ist dann noch die Lagerungsprüfung um einen Lagerungsschwindel gut zu erkennen oder auszuschließen. Im Falle eine Lagerungsschwindels verfolgt auch gleich im Anschluß ein „Befreiungsmanöver„.

Schwindelpuzzle
Manchmal ergibt ein Puzzle erst nach dem letzten Stein ein erkennbares Bild. Nur das Zusammenspiel der Einzelnen Teile werden zu einem Ganzen.


Nimmt man all diese Puzzleteile zusammen ist es häufig möglich, die Anamnese fast genau vorherzusagen. Insbesondere werden so Phänomene verständlich, die man bei einfachem befragen oder zuhören eher als psychisch einordnen würde (z.B. Schwindel im Supermarkt oder bei bewegenden Vorhängen oder wenn es dunkel wird etc.)
Je nach Krankheitsbild kann man in der Regel konkrete Therapien einleiten oder empfehlen, die unsere Patienten dann zu Hause mt Ihrem Hausarzt oder anderen medizinisch tätigen Experten einfach umsetzen können.
Auch nach der Vorstellung stehen wir für Rückfragen in unserer Telefonsprechstunde für unsere Patienten gerne zur Verfügung.

Beherzigen Sie ein paar Tipps, um mit den Schwindelattacken umgehen zu können.

Sie sollten sich entweder hinsetzen oder hinlegen, bis der Schwindelanfall vorüber ist. So verhindern Sie Stürze und evtl. Verletzungen. Haben Sie keine Möglichkeit dazu, so halten Sie sich fest, um an Stabilität zu gewinnen. Fixieren Sie mit den Augen einen festen Punkt. Dies kann Sie innerlich beruhigen, bis die Schwindelattacke vorbei ist. Ruhiges Atmen kann helfen, denn Schwindelattacken können auch durch zu wenig oder zuviel Sauerstoff ausgelöst werden. Balanceübungen können Ihnen ebenso helfen, dazu können Sie ein Fitnesscenter aufsuchen. Es gibt aber durchaus auch homöopathische Mittel die gegen Schwindel helfen. Bei älteren Menschen kann auch eine Gehhilfe oder der Hüftgürtel helfen. Sie sollten dennoch zum Arzt gehen, um die Ursachen der Schwindelanfälle abzuklären.

Wenn Sie unter Schwankschwindel, Lagerungsschwindel, Morbus Meniere, Gleichgewichtsstörungen, Benommenheitsschwindel, Altersschwindel oder Vestibularisparoxysmie leiden, sind wir Ihr Ansprechpartner.

Nutzen Sie unser Kontaktformular auch am Wochenende werden wir Sie zurückrufen – dies ist der einfachste Weg uns zu erreichen

Kontaktieren Sie uns, wir setzen alles daran auch Ihnen zu helfen!

Schwindel ist keine Einbildung und kein Schicksal. Jeder Schwindel hat eine Ursache.

Dr. Bodo Schiffmann, der ärztliche Leiter unserer Spezialambulanz für Schwindelerkrankungen und sein Team werden alles versuchen um die wahre Ursache für Ihren Schwindel zu finden.

Rufen Sie uns unter +49 (0)7261 9758172 an oder kontaktieren Sie uns über das Online-Formular.